Unsere Hilfsangebote, mit denen wir Obdachlose von der Straße holen, ihnen eine dauerhafte Wohnung, Betreuung und Beschäftigungsangebote anbieten, kosten mehr Geld, als das, was unser Sozialsystem z.B. in Form von Betreuungszuschüssen, Arbeitslosengeld II, Grundsicherung und Wohngeld leistet. Daher bedarf es vieler Menschen und Institutionen, die es durch zusätzliche Leistungen und Mittel möglich machen, ehemals Obdachlosen die notwendige Hilfe zur Selbsthilfe zu geben und ihre Lebensperspektive zu verbessern.

Zu ihnen gehören:

  • die Vielzahl privater Spender und Förderer
  • die Stadt Heidelberg durch individuelle Betreuungszuschüsse für Hilfen differenziert nach §67 und §73 SGB Xll
  • die Justizbehörden mit ihren Zuweisungen von Bußgeldern
  • die Mitglieder des Vereins OBDACH e.V.

 

Die Gesamteinnahmen konnten 2020 wir kräftig steigern, maßgeblich dafür waren deutliche Zuwächse bei den Mieteinnahmen, Betreuungspauschalen und Spenden.

Die Mieteinnahmen erhöhten sich wie schon im Vorjahr um 10 % durch die Ausweitung des Bestandes um 5 Wohnungen und die Kalkulation höherer Mieten bei Neuvermietungen.

Die Einnahmen aus+ Betreuungspauschalen stiegen um gut 13%. Gründe hierfür waren eine Erhöhung der Anzahl der von uns Betreuten durch die Vermietung des zusätzlichen Wohnungsbestands sowie eine lineare Erhöhung von 2,5% zum 01.01.und eine weitere deutliche Steigerung zum 1.8.

Die Situation bei unserer dritten wesentlichen Einnahmequelle, den Spenden, Erbschaften und Vermächtnissen, war wie schon im Vorjahr überaus erfreulich. Nach der Erhöhung 2019 um 130 TEUR konnten wir im abgelaufenen Jahr nochmals weitere 68 TEUR Spenden gewinnen. Für diese sehr positive Entwicklung waren nachfolgende Faktoren maßgebend:

  • Durch ein Vermächtnis von Frau Christa Kock flossen uns 57 TEUR aus einem Immobilienverkauf zu.
  • Die Spenden zur Finanzierung unseres Seniorenprojektes durch die Volker Hohmann-Stiftung, Freiburg, erreichten mit 60 TEUR einen neuen Höchstwert.
  • Eine große Anzahl von Spendern hat unseren Verein sehr großzügig unterstützt, deren Geldspenden erhöhten sich auf über 230 TEUR.

Diese deutlich gesteigerten Einnahmen ermöglichten uns eine weitere Ausweitung unserer Kapazitäten und eine Verbesserung unseres Leistungsangebots, beispielweise unsere Seniorenbetreuung. Dies erhöhte teilweise deutlich unsere Kosten wie folgt:

  • So führten die Einstellung einer Geschäftsführerin ab 01.10., eine Gehaltserhöhung ab 01.04. linear um 3 % sowie Lohnkosten bei der neu etablierten Seniorenhilfe und einen Teilzeit-Mitarbeiter für den Bereich EDV zu einer Personalkostensteigerung von insgesamt 15 %.
  • Die Raumkosten legten ebenfalls um 15% zu. Maßgeblich hierfür waren die Aufstockung unseres Wohnungsbestandes sowie die Anmietung und Instandsetzung der neuen Geschäftsräume in der Kurfürsten-Anlage 43-45 bei gleichzeitiger weiterer Mietzahlung für unseren bisherigen Standort in der Bahnhofstr. 3.
  • Die Abschreibungen auf Sachanlagen nahmen wegen des Erwerbs von 2 Pkw für unseren Hausmeister und die Seniorenhilfe und der Investitionen in die neuen Geschäftsräume zu.

Der Jahresabschluss wurde wiederum von der CVW & Collegen GmbH Steuerberatungsgesellschaft, 69115 Heidelberg erstellt. Wie bereits in den Vorjahren prüfte die Reichert Treuhand GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, 76474 Au am Rhein unseren Jahresabschluss und hat ihn mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Es wird festgestellt, dass die Prüfung zu keinen Einwendungen geführt hat.

 

Bilanz & Gewinn- und Verlustrechnung 2020

Einnahmen und Ausgaben nach Bereichen 2020

 

OBDACH e.V. geht mit dem ihm anvertrauten Geld sorgsam und zielgerichtet um. Daher gehört der Verein zu den überregional Spenden sammelnden Organisationen in der Bundesrepublik, denen das DZI Spenden-Siegel nun schon seit 1995 in ununterbrochener Folge zuerkannt wird.

 

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