Die Kunstauktion

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kunstauktionKunst hat bei Obdach e.V. Tradition!

Bereits seit 1992, also nur wenige Jahre nach der Gründung des Vereins „Betreute Wohngruppen für alleinstehende Menschen“ (heute „OBDACH e.V.“) wurde die Idee geboren, durch Kunst den Verein bekannt zu machen und gleichzeitig Gelder durch den Verkauf von Spenden aus Privatbesitz zu erhalten. Frau Ursula von Dallwitz-Wegner, Frau Hannelore Zöller und der Heidelberger Künstler und Gastronom Peter Dübbers bildeten das ursprüngliche Team, zu dem ich ab der zweiten Auktion als Kunstsachverständige dazustieß. Viele großzügige Spenden an teils wertvollen und interessanten Gemälden, Zeichnungen und Graphiken wurden über mehrere Wochen in der Häuslichkeit von Frau von Dallwitz-Wegner gesammelt, begutachtet und manchmal unter heißen Diskussionen aller Beteiligter für ‚auktionswürdig’ befunden und bewertet.

Kunstauktion-2Die im zweijährigen Rhythmus stattfindende Veranstaltung war anfänglich noch eher provisorisch, bald jedoch war sie professionell durchstrukturiert. Nicht zuletzt die Möglichkeit, die Vorbesichtigung und die Auktion in den Räumen der Galerie Melnikow in der Theaterstraße in Heidelberg in der Adventszeit durchzuführen, hatte dazu geführt, daß die Obdach-Auktionen eine Institution wurden, bei den sowohl der private Kunstliebhaber als auch der Kunsthandel immer wieder fündig wurden. Legendär waren auch die Auftritte von Peter Dübbers als Auktionator, der es immer verstand, den meist zum Bersten vollen Auktionsraum zu unterhalten und gleichzeitig den Sinn einer Wohltätigkeits-Auktion zu Gunsten unserer Schützlinge nicht aus den Augen zu verlieren. Auch als Spender von kulinarischen Köstlichkeiten während der Auktion hat er immer zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen.

Kunstauktion-1Nach dem Rückzug von Frau von Dallwitz-Wegner aus dem aktiven Auktionsgeschehen übernahm Frau Philine Bujard, dem Heidelberger Kunstkenner unter ihrem Künstlernamen Philine Maurus bekannt, die Mitorganisation der Auktion. Herr Albertus Bujard baute im Keller unter seiner Wohnung ein großes Gestell für die fachmännische Lagerung und Aufbewahrung der gespendeten Objekte (unter denen sich jetzt auch kunstgewerbliche Gegenstände befanden), die sukzessive im Vorfeld von Frau Bujard fotographiert wurden. Eine große Neuerung war der voll bebilderte, farbige Auktionskatalog, der alle fachlichen Informationen zu dem dargestellten Kunstwerk sowie den Schätzpreis enthielt und so dem Kunstinteressierten bereits im Vorfeld eine Orientierungsmöglichkeit für das Mitbieten während des Auktionsgeschehens bot. Ausgelegt wurde der Katalog während der ebenfalls neu eingeführten Vernissagen, die mit Musik und kleinen Häppchen ein interessantes vorweihnachtliches Event darstellten und zusätzlich dem Besucher die Gelegenheit gab sich fachlich von mir beraten zu lassen.

Kunstauktion-3Da aber im Lauf der Zeit die Idee einer Wohltätigkeitsauktion auch von anderen Organisationen in Heidelberg und Umgebung übernommen wurden und so auch eine gewisse Übersättigung bei den Käufern und Spendern eintrat, beschlossen wir in Absprache mit dem Vorstand die letzte und immerhin 9. Auktion als sog. ‚Stille Auktion“ (d. h. eine Auktion ohne Auktionator, da jeder Bieter nur ein schriftliches Gebot abgibt und das Höchstgebot den Zuschlag erhält) zu gestalten, um die noch verbliebenen Sachspenden möglichst vollständig zu veräußern.

kunst3Es sei an dieser Stelle nochmals allen freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern gedankt, die im Vorfeld bei Rahmung, Passepartourierung, Transport sowie bei der Vorbesichtigung und rund um der Auktion als Aufsicht, Protokollant, Kassierer, Packer oder auch beim Catering tatkräftig und gutgelaunt mitgeholfen haben, die Auktionen zu einem Erlebnis zu machen. Auch die Schützlinge haben immer ihren Teil dazu beigetragen, waren mit großem Elan an der Ausführung beteiligt und haben viel Interesse an Kunst und Kultur gezeigt.

In diesem Jahr wollen wir nun andere Wege in Sachen ‚Kunst’ gehen – weg von der Auktion und hin zur Ausstellung. Als neues „Kunst- Team“ haben wir – das sind jetzt Frau von Dallwitz-Wegner, Frau Ute Vanselow, Frau Claudia Weisser, Herr Arndt Stiegeler und ich – bedingt durch den großzügigen Nachlaß der dem Verein verbundenen Heidelbergerin Frau Annemarei Daiger beschlossen, einen Ausstellungszyklus mit bekannten Heidelberger Künstlern ins Leben zu rufen. In der Upstairs Gallery des Deutsch-Amerikanischen Instituts in Heidelberg präsentiert Obdach e.V. am 28.11. um 18.30 Uhr Werke des Heidelberger Künstlers Willibald Kramm und seiner Tochter Brigitte Heiliger-Kramm. Die Ausstellung wird von Herrn Dr. Stefan Hohenadl vom Kulturamt Heidelberg eröffnet und ist bis zum 12.12. 2014 zu besichtigen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch !!!!

Beate Goldberg